Nachhilfe Unterricht
Seit den Neunziger Jahren nehmen immer mehr
Schüler Nachhilfe in Anspruch. Die Ursachen dafür sind recht abstrakt. Jedoch scheint es, wenn man aktuelle
Entwicklungen zugrunde legt, dass das staatliche Schulsystem zunehmend unzulänglicher arbeitet, sodass immer mehr
Eltern den Bedarf sehen, dass ihre Kinder Nachhilfe brauchen. Bereits 2004 erhielten 20 % aller Schülerinnen und
Schüler der Jahrgangsstufen sieben bis zehn Nachhilfeunterricht. Und zwar unabhängig vom Schulzweig (Real-,
Hauptschule oder Gymnasium)! Das ist somit ein Fünftel aller Schüler überhaupt, die sich in den entsprechend
Jahrgängen befinden.
Doch woran liegt das? Und was macht gute Nachhilfe aus? Es
wird heutzutage immer offensichtlicher, dass das staatliche Schulsystem versagt. Es fehlt an Geldern, da
zunehmend Mittel gestrichen werden. In vielen staatlichen Schulen wird im Deutschunterricht sogar noch mit
Lese- und Lehrbüchern gearbeitet, die die alte Rechtschreibreform vermitteln!
An dieser Stelle müssten eigentlich die Lehrer
und die Schulen auf die Barrikaden gehen, wenn man noch den Anspruch an sich selbst stellen will, den Schülern
bestmögliche Bildung zukommen zu lassen. Aber oft trübt an dieser stelle ein trockener und rigider Lehrplan die
Sinne der Verantwortlichen.
Durch den Beamtenstatus der Lehrer unterliegen
diese auch nicht dem wettbewerbsmäßigen Druck, der gute Leistungen von ihnen erzwingen würde. Die Rektoren sind
sogar regelrecht gezwungen unfähige Kollegen (wenn überhaupt) aus dem Amt zu ekeln. Durch den überflüssigen
Beamtenstatus der Lehrer ist jenen Direktoren, die um einen fähigen Lehrerstamm bemüht sind, kein anderes Mittel
gegeben. Traurig aber wahr!
Durch das zunehmende Versagen des öffentlichen
Schulsystems klafft nun bereits eine Bildungslücke zwischen den öffentlichen und den privaten Schulen. Wer es sich
leisten kann, der schickt seine Kinder auf Privatschulen. Jedes andere Kind muss sehen dass es das Beste aus dem
rudimentären Bildungskatalog, der staatlichen schulen machen kann. Hier kann qualifizierte Nachhilfe Abhilfe
schaffen. Anhand der eingangs erwähnten Zahlen lässt sich ja ganz gut nachvollziehen, dass es einen regelrechten
Markt für Nachhilfe gibt.
Was macht also gute Nachhilfe aus? Vor allem
hat Nachhilfe den Vorteil, dass sie auf den einzelnen Schüler eingeht. Die Konsequenz daraus muss jene sein, dass
dem Schüler eine maßgeschneiderte Nachhilfe durch qualifizierte Fachleute ermöglicht wird. Dabei sollte natürlich
auch nie die Persönlichkeitsentwicklung des Schülers aus dem Auge gelassen werden. Dazu bedarf es natürlich auch
einer gewissen Empathie vonseiten des Nachhilfelehrers. Gerade dies wird in den öffentlichen Schulen häufig
vernachlässigt.
Dort werden Schüler mit grundlegenden Problemen
nicht selten wie eine heiße Kartoffel von Jahrgang zu Jahrgang und von Lehrer zu Lehrer weitergereicht, nur um am
Ende als die Schulversager fallen gelassen zu werden, als die sie schon von Anfang eingestuft werden. Natürlich
sind nicht alle Lehrer im öffentlichen Schulsystem unfähig – Gott bewahre! Jedoch ist das marode, staatliche
Schulsystem mittlerweile mit so vielen Unzulänglichkeiten behaftet, von denen es sich nicht selbst befreien kann,
sodass ein Umdenken zwingend erforderlich wird.
Solange das staatliche Schulsystem am immer
schwächer tropfenden Hahn der öffentlichen Gelder hängt und unfähige Lehrer, dank des Beamtenstatus, bestenfalls
irgendwo anders hinversetzt werden können, um dort ihr Unwesen zu treiben, so lange wird sich an den Kernproblemen
des staatlichen Schulsystems nicht das Geringste ändern.
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